Ingo Lenßen
Hier geht selbst der Anwalt hin! – Ingo Lenßen

Bei Flugverspätung Entschädigung in Anspruch nehmen

Ob Urlaubsreise, Entdeckungstour oder Dienstreise, immer sind Flugverspätungen oder Flugausfälle Gründe für viel Ärger und Verdruss und manchmal sogar für Folgeschäden. Auch wenn sich verpatzte Ferien oder Arbeitsausfälle wegen Flugverspätung nicht durch Geld wiedergutmachen lassen, bietet die europäische Fluggastrechte-Verordnung, EU-Verordnung Nr. 261/2004, eine gute Handhabe, um zumindest angemessene Entschädigungen und eventuell auch Schadensersatz bei den Fluggesellschaften einfordern zu können. Darauf haben Sie übrigens sogar einen Rechtsanspruch, sofern die Umstände und Dauer der Flugverspätung oder des Flugausfalls von der entsprechenden EU-Verordnung erfasst sind.

Der Geltungsbereich der Fluggastrechteverordnung der EU bezieht sich auf alle Flüge, die auf Flughäfen innerhalb der Europäischen Union starten (egal, welche Fluggesellschaft) oder landen (Fluggesellschaften mit Sitz in der EU, in der Schweiz, in Norwegen oder Island). Entschädigungen stehen Ihnen grundsätzlich bei Verspätungen ab drei Stunden am Zielflughafen zu. Dabei gilt das Öffnen der Türen am Flieger als Ankunftszeit und nicht etwa die Landung auf dem Flughafen. Damit sind die grundsätzlichen Rahmenbedingungen gesetzt.

Die Höhe der Entschädigung bei Flugverspätung richtet sich nach Strecke

Hat eine Flugverbindung mehr als drei Stunden Verspätung bei Ankunft am Zielflughafen, dann stehen den Passagieren entsprechend der Fluggastrechtverordnung Entschädigungen zu. Diese staffeln sich wie folgt:

Strecke Entschädigung
Strecke bis 1.500 km Entschädigung 250 Euro
Strecke ab 1.500 km innerhalb der EU Entschädigung 400 Euro
Andere Strecken von 1.500 bis 3.500 km Entschädigung 400 Euro
Andere Strecken über 3.500 km Entschädigung 600 Euro

Es spielt also keine Rolle, wieviel das Ticket gekostet hat, sondern vielmehr, wie lang die Strecke ist und ob eine Verspätung von mindestens drei Stunden eingetreten ist. Unter Umständen kann die Entschädigung also sogar höher sein, als der Preis, den Sie für das Ticket bezahlt haben. Entschädigungen für kostenlos Reisende (etwa von Kleinkindern) gibt es übrigens nicht. Aber für jeden Passagier mit Ticket ist die Entschädigung zu zahlen, Gutscheine oder Bonus-Meilen müssen von den Passagieren keinesfalls akzeptiert werden.

Unabhängig von der Entschädigung für Flugverspätungen stehen Ihnen Betreuungsleistungen durch die Fluggesellschaft zu. Ab zwei bis fünf Stunden Wartezeit auf den Flug sind das beispielsweise kostenlose Getränke, Essen und gegebenenfalls kostenlose Telefonate und Mails. Ab fünf Stunden Wartezeit können Sie bei allen Flügen eine alternative Beförderung verlangen oder vom Beförderungsvertrag zurücktreten und dann die gesamten Ticketkosten zurückverlangen. Ist der Abflug wegen Verspätung erst am nächsten Tag vorgesehen, steht Ihnen die Übernahme der Hotelkosten inklusive der Transferkosten zu. Auch dann, wenn Sie die Reise abbrechen und die Ticketkosten erstattet bekommen, steht Ihnen bei Verschulden der Fluggesellschaft zusätzlich die Entschädigung entsprechend der EU-Verordnung zu.

Wie Sie zu Ihrer Entschädigung kommen

Den Antrag auf Entschädigung müssen Sie jeweils bei der entsprechenden Fluggesellschaft stellen. Das geht am Schalter am Flughafen ebenso wie formlos oder mit Musterbrief per Post. Um Ihre Ansprüche klar definieren zu können, sollten Sie neben dem Ticket oder/und der Bordkarte auch weitere Beweismittel aufbewahren und zumindest in Kopie vorlegen. Dazu gehören:

- Bestätigung der Fluggesellschaft über die Verspätung

- Rechnungen für Mietwagen, alternative Beförderung, Hotel, Verpflegung etc.

- Kontaktdaten anderer Mitreisenden, die später als Zeugen dienen könnten

- Dokumentation über den Reiseverlauf in Bezug auf die Verspätung von deren Bekanntwerden bis zur Öffnung der Flugzeugtüren am Zielflughafen

Damit haben Sie verbesserte Chancen, falls die Forderungen auf Entschädigung gegen die Fluggesellschaft strittig werden. Wir empfehlen übrigens die Nutzung von Online Rechtsdienstleistern im Bereich Fluggastrechte. Mit kaum einem Risiko können Sie damit Ihre Rechte am schnellsten, am sichersten und sehr komfortabel durchsetzen. In Deutschland beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre ab geplantem Flugdatum bis zum Jahresende. So haben Sie in den meisten Fällen mindestens drei Jahre Zeit, Ihre Ansprüche zu erklären. Die Fluggesellschaften müssen berechtigte Entschädigungen innerhalb von sieben Tagen auszahlen. Im Streitfall kann das wesentlich länger dauern. Wir empfehlen die Abwicklung über einen Rechtsdienstleister oder einen Anwalt.

Und sonst? Auch Schadensersatz ist möglich.

Sind mit der Verspätung oder dem Ausfall von Flügen weitere Schäden entstanden, können Sie zusätzlich Schadensersatz verlangen. Das können auch immaterielle Schäden sein. Typische Schäden sind verpasste Termine mit Kunden und damit Geschäftsausfälle aber auch eine eingetretene Verkürzung von Urlaub bei Pauschalreisen. Hier sollten Sie sich jeweils im Einzelfall über Ihre Schadensersatzansprüche gegenüber der Airline oder gegenüber dem Reiseveranstalter kundig machen.

Bei Streik, Naturkatastrophen oder terroristischen Angriffen ist die Fluggesellschaft übrigens nicht zur Entschädigung verpflichtet. Oftmals werden als außergewöhnliche Umstände auch technische Probleme angeführt, das jedoch kann strittig sein.

Geld zurück auch bei anderen Rechtsproblemen

Geld-für-Flug.de ist Teil der RightNow Group. Wir bieten neben Flugtickets auch Rückerstattungen in weiteren Rechtsbereichen an.

Geld Fuer Flug logo
Rückerstattung bei

Zug-Verspätungen

Anspruch prüfen
Geld Fuer Flug logo
Rückerstattung bei

KFZ-Schäden

Anspruch prüfen
Geld Fuer Flug logo
Rückerstattung bei

Zug-Verspätungen

Anspruch prüfen